Unbefristeter Streik in der Charité Berlin

01.04.2025, Lesezeit 3 Min.
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Bild: Maxi Schulz

Streik im Krankenhaus: Die Beschäftigten, die für CFM arbeiten, treten ab Mittwoch in den unbefristeten Streik. Solidarität mit ihrem Kampf!

Die CFM (Charité Facility Management) ist unter anderem für Patient:innentransporte, Reinigungen, Technik und Catering in der Charité Berlin zuständig. Damit bilden die Kolleg:innen mit ihrer Arbeit einen essentiellen Bestandteil der Gesundheitsversorgung in dieser Stadt. 

Die CFM ist ein externes Unternehmen, welches im Sinne des profitorientierten Gesundheitssystems mit seinen inhärenten Sparzwängen für den Mutterkonzern als kostensparender Faktor angesehen wird. Doch die Kolleg:innen wollen nicht länger das „Sparschwein der Charité“ sein, sondern den gleichen Lohn für ihre Arbeit wie die Charité Beschäftigten erhalten. 

Deshalb stimmten über 99 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft ver.di bei der CFM für einen unbefristeten Streik und erhöhen damit den Druck auf Arbeitgeber:innen und die Politik, endlich für bessere Löhne zu sorgen. 

Die CDU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag eigentlich zugesagt, dass die CFM-Beschäftigten genauso bezahlt werden sollten wie die der Charité. 

Daher werfen die Gewerkschafter:innen der schwarz-roten Koalition einen „kaltschnäuzigen Bruch“ des Koalitionsvertrags vor. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete jüngst die ungleiche Bezahlung von Mitarbeiter:innen der landeseigenen Klinikkonzerne und deren Tochterunternehmen als Ungerechtigkeit: „Wir gucken uns das an, wir überprüfen das“, behauptete er in der Gesprächsreihe „Kai Wegner vor Ort“ gegenüber Kolleg:innen der CFM. Passiert ist aber nichts. 

Seit Jahren kämpfen Kolleg:innen von Tochterunternehmen der großen Klinikkonzerne um Anerkennung. Dabei erhielten sie viel Solidarität von anderen Beschäftigten und der Stadtbevölkerung, doch von Rot-Grün-Rot bis zur GroKo wurden ihre Forderungen nie umgesetzt. Outsourcing betrifft darüber hinaus besonders oft migrantische und weibliche Kolleg:innen. Wen wundert es da also, wenn konservative Politiker:innen wie Wegner diesen Status aufrechterhalten. Der Weg, die Forderungen durchzusetzen, kann also nur der Streik sein!

Einschränkungen bei Patient:innenversorgung werden nun erwartet, da die Bereitschaft zum Streiken groß ist. Es braucht jetzt die Solidarität der gesamten Arbeiter:innenbewegung und der Linken in dieser Stadt. Ob durch Spenden für die Streikkasse, solidarische Streikpostenbesuche, Unterstützungsaktionen und vieles mehr. Gemeinsam sind wir am stärksten! 

Der Kampf der CFM Kolleg:innen findet schließlich in einer angespannten Situation statt. Die neue Regierung verspricht Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur, doch was sie damit meint und bezweckt, ist es, den Weg frei zu machen für Rekordsummen für Krieg und Aufrüstung. Für die Streikenden und die sozialen Themen ist kein Geld da: im Gegenteil. Es drohen Kürzungen und Sparmaßnahmen, auf dem Rücken derer, die ohnehin schon nicht gut gestellt sind, wie etwa die Beschäftigten der CFM. Mit einem Erfolg im Arbeitskampf können sie zeigen, wie es anders geht: Wer sich organisiert und bis zum Ende kämpft, kann auch erreichen, dass die Kosten der Krise von den Chefs und den Reichen bezahlt werden.

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